Paris: Schnelle Züge machen Druck

Ein Film von Wolfgang Bergmann
45 Min., 1992

Teil 1 Paris: Schnelle Züge machen Druck
von Wolfgang Bergmann
Die Pariser Stadtbahnhöfe entstanden schon im 19. Jahrhundert als Kathedralen der Technik. Der neue Gott hieß und heißt Mobilität und Geschwindigkeit. Der heutige Hoch- geschwindigkeitszug „TGV“ erreicht in einer Stunde 300 km entfernte Orte.
Der Gare Montparnasse Bienvenue ist ein Versuch, einen architektonischen Ausdruck für die neue Geschwindigkeit zu finden: High Tech hinter Glas, Beton und künstlichen Gärten. Hier hält man sich nicht auf, oder verabredet sich mit Freunden. Hier ist der Bahnhof Bindeglied zwischen Nah- und Fernverkehr.
Der Gare de l’Est dagegen ist einer der charmanten „klassischen“ Bahnhöfe. Die Rosetten im Eingangsvestibül symbolisieren die Fenster des Straßburger Münsters. Das Entrée vermittelt dem Reisenden ein feierliches, erhabenes Gefühl. Der Gare de l’Est war Ausgangsbahnhof für den legendären Orient-Express, aber auch Schauplatz der Verabschiedung der Soldaten, die mit der Blume im Gewehrlauf in den ersten Weltkrieg zogen. Während des 2. Weltkrieges wurde der Betrieb des Bahnhofs von einem unterirdischen Bunkersystem geleitet, der bis heute – zur Erinnerung – funktionstüchtig gehalten wird.

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