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Lichtfilm left

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Nikita-früher 715

Ein Dokumentarfilm von Irene Langemann
Laufzeit: 98 und 60 Minuten

 

Sie heißen Lena, Nikita, Ira und Mitja. Sie meistern mit Bravour Konzertauftritte, die selbst die Nerven von erwachsenen Pianisten ruinieren würden. Wenn sie auf dem Flügel Triller, Läufe und Sprungkaskaden hinzaubern, ist man fassungslos: So unglaublich ist die Reife, mit der diese Kinder die schwierigsten Klavierwerke interpretieren. Es ist ein Wunder, hinter dem jedoch mehrstündiges tägliches Üben und eine große Tradition stehen.
Kein anderes Land hat in diesem Jahrhundert so viele Klaviervirtuosen hervorgebracht wie Rußland. An Tausenden Musikschulen in Großstädten, aber auch in der tiefsten russischen Provinz werden Musiker der Superklasse ausgebildet. Gestern wie heute, trotz Wirtschaftskrisen, Armut und Chaos. Die Wurzeln dieser Tradition liegen in den dreißiger Jahren: Inmitten des Großen Terrors erhob Stalin die Förderung der Künste in den Rang der höchsten Staatsaufgabe. Damals öffnete auch die Zentrale Musikschule am Moskauer Konservatorium ihre Türen. Bis heute ist sie das begehrte Sprungbrett für eine große Musikkarriere. Aus allen Teilen Rußlands pilgern Eltern mit ihren Kindern in der Hoffnung hierher, in den Kreis der Auserwählten aufgenommen zu werden.

Ein Besuch dieser Schule ist ein ergreifendes Erlebnis. Das heruntergekommene Gebäude liegt in einem  Moskauer Randbezirk. Der Putz bröckelt von den Wänden, im grauen Linoleumboden klaf­fen Löcher, die dunklen kahlen Gänge, die dürftig eingerichteten Räume vermitteln den Eindruck von schreiender Armut. Doch niemand beachtet hier die äußeren Umstände - in den kleinen Klassenzim­mern wird in zwei Schichten ununterbrochen gespielt, gebüffelt, gesungen, gepaukt. Mit Lob geht man in der Schule sehr sparsam um. Das Einzige  was hier zählt, ist Arbeit. Neben Drill und Disziplin wird hier aber auch eine Lehrtradition höchster Qualität gepflegt. Kein Wunder, daß schon die Kleinsten bei der Interpretation schwierigster Klavierwerke wie professionelle Musiker wirken.

Da ist z. B. die achtjährige Ira. Mit ihrer großen Begabung überwältigte sie bei der Aufnahmeprüfung die Schulkommission. Schon ein Jahr später begeisterte sie das Publikum  im Frankfurter Kaisersaal mit einem schwierigen Chopin-Programm. Bei diesen Ereignissen, aber auch bei Iras regulärem Schul­unterricht und zu Hause, waren wir bereits mit der Kamera dabei.

Der aus Sewastopol stammende zehnjährige Mitja lebt mit seiner Mutter und Großmutter in einem Zimmer einer Moskauer ‚Kommunalka‘ (Gemeinschaftswohnung). Wenn man die ausgezehrten Gesichts­züge seiner Mutter sieht, versteht man, welche Opfer sie schon erbracht hat, um ihrem Sohn diese Ausbildung in Moskau zu ermöglichen.

Mitjas Freund Nikita, neun Jahre alt und ebenfalls Schüler der 4. Klasse, wird als das größte Talent der Schule gefeiert. Beim Schostakowitsch-Wettbewerb in Hannover gewann er 1997 den ersten Preis. Vor einigen Monaten wurde ihm bei einem internationalen Wettbewerb in Italien der Grand-Prix zuge­sprochen. Seine Kompositionen sind in Moskau bereits als Musikband erschienen.

Die aus dem ukrainischen Charkow stammende siebzehnjährige Lena, gibt seit ihrem neunten Lebens­jahr Konzerte in der ganzen Welt - darunter bei Papst Johannes im Vatikan -  hat aber nicht einmal ein eigenes Klavier zum üben. Erst am Abend, wenn der Unterricht zu Ende ist, kann sie in der leer gewordenen Schule bis in die Nacht hinein spie­len. Lena erlebt jetzt das Drama, was vielen Wunderkindern widerfährt: groß geworden, sind sie plötzlich nicht mehr das begehrte, süße Wunderkind, sondern erwachsener Konkurrent in der Welt der Musiker der Superklasse. Lenas innigster Wunsch ist es zu beweisen, daß sich auch Frauen zu Pianisten der Weltklasse entwickeln können.

Der Film begleitet die hochbegabten Kinder 2 Jahre: von der Musik in fast religiöser Hingabe beses­sen, erscheinen sie wie Überbleibsel einer traumverlorenen Welt. Um sie herum versinkt die Gesellschaft in Chaos und Armut, in ihrer verschworenen Gemeinschaft gelten aber andere Regeln: Disziplin, Verzicht und die Hoffnung auf ein besseres Leben.

10 Jahre später entstand mit den gleichen Protagonisten der Film "DIE KONKURRENTEN - Russlands Wundrkind 2"

Der Film wurde auf folgenden Festivals gezeigt: Int. Forum des jungen Films, Berlinale 2000, DocAviv Tel Aviv, Int. Dokumentarfilmfestival München, Docfest New York, Int. Documentary Festival Amsterdam, Dokumentar Filmfestival Amsterdam, Hot Docs Toronto April 2002 und wurde mit dem Golden Gate Award Competition, San Francisco 2001 ausgezeichnet.

Gefördert von Media
und der Film und Medienstiftung NRW

Im Verleih bei Lichtfilm Verleih 0221-9726517

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